Wie konnten bereits die Summerer den Lauf der Sonne durch die Sternbilder ermitteln?
Die Summerer verfügten noch nicht über Teleskope und am Tag erhellt die Sonne den Himmel. Also, also wie konnten sie sehen, durch welche Sternbilder die Sonne gerade wandert.
Diese Frage führte mich zu den prähistorischen Sonnenobervatorien, die nicht nur im Nahen Osten, China, Indien, Afrika, Lateinamerika gibt sondern auch überall in Europa.
Prähistorische Sonnenobservatorien in Europa sind
Kreisgrabenanlagen, Steinkreise & Megalithbauten.
Prähistorische Observatorien in Europa sind Kreisgrabenanlagen, Steinkreise oder Megalithbauten.
In der Archäologie spricht man bei frühzeitlichen (prähistorischen) Beobachtungsstätten meist von neolithischen Kreisgrabenanlagen oder bronzezeitlichen Kalenderbauten. Diese Anlagen besaßen oft Öffnungen, Tore oder Visierlinien, die exakt nach den astronomischen Schlüsselpunkten wie der Winter- oder Sommersonnenwende ausgerichtet waren.
Vermutlich dienten sie dazu, den Lauf von Sonne, Mond und Sternen zu beobachten, Kalender zu bestimmen oder wahrscheinlich auch kultische Handlungen auszuführen.
Interessantes Youtube-Video zu prähistorischen Sonnenobservatorien
Sie sind nach folgendem Prinzip aufgebaut:
- Die Gräben: Ein bis mehrere konzentrische, V-förmige Spitzgräben, die bis zu 4 Meter tief und mehrere Meter breit.
- Die Palisaden: Im Inneren der Gräben standen dichte Ringe aus mannshohen Holzstämmen (Palisadenwänden).
- Die Tore (Die Visierlinien): Die Palisaden und Gräben waren gezielt durchbrochen. Schaut man vom Mittelpunkt der Anlage durch diese Tore, blickt man exakt auf die Punkte am Horizont, an denen zu den Sonnenwenden oder anderen kalendarischen Schlüsseltagen die Sonne auf- oder untergeht.
Sonnenobservatorium Goseck
Das Sonnenobservatorium Goseck (Sachsen-Anhalt) gilt als die weltweit älteste bekannte Anlage ihrer Art. Die Kreisgrabenanlage stammt aus der Zeit um 4900 v. Chr. und ist damit etwa 7.000 Jahre alt.
Die Anlage besteht aus einem Ringgraben (ca. 70–75 Meter Durchmesser) und zwei konzentrischen Palisadenringen. Ihre Tore richten sich exakt nach dem Sonnenauf- und -untergang zur Wintersonnenwende.
Die Tore sind auf den Sonnenaufgang und -untergang zur Winter- und Sommersonnenwende ausgerichtet. Das Original wurde ausgegraben und am Fundort rekonstruiert.
Kreisgrabenanlage von Schönebeck
Die Kreisgrabenanlage von Schönebeck (Sachsen-Anhalt) ist eine monumentale Mehrfach-Grabenanlage der Elb-Havel-Kultur (ca. 2300 v. Chr.), deren Eingänge ebenfalls solare Viesierlinien aufweisen.
Kreisgrabenanlage von Pömmelte
Die Kreisgrabenanlage von Pömmelte (Sachsen-Anhalt) auch „deutsches Stonehenge“ genannt ist eine hölzerne Kreisgraben- und Palisadenanlage. Sie stammt aus der Übergangszeit vom Endneolithikum zur frühen Bronzezeit (ca. 2300 v. Chr.) und diente ebenfalls astronomisch-rituellen Zwecken.
Sie besteht aus sieben Ringen (Gräben, Palisaden, Wälle) und zeigt neben Sonnenwenden auch die Termine für die klassischen Quartalsfeste (wie Maifest oder Erntedank).
Kreisgrabenanlage von Bochow
Kreisgrabenanlage von Bochow (Brandenburg): Eine im Luftbild nachgewiesene prähistorische Kreisgrabenstruktur, bei der astronomische Ausrichtungen vermutet werden.
Kreisgrabenanlage in Österreich
Kreisgrabenanlage von Gars am Kamp (Niederösterreich): Eine der größten und am besten untersuchten frühneolithischen Grabenanlagen Österreichs (Lengyel-Kultur, ca. 4800 v. Chr.) mit klaren astronomischen Achsen.
Kreisgrabenanlage von Kamegg (Niederösterreich): Ebenfalls der Lengyel-Kultur zugehörig. Die Toranlagen boten exakte Visierlinien zur Bestimmung des bäuerlichen Kalenderjahres.
Kreisgrabenanlage in Tschechien und Slowakei
Kreisgrabenanlage von Těšetice-Kyjovice (Mähren, Tschechien): Eine monumentale, gut erforschte Anlage der Stichbandkeramik/Lengyel-Kultur, bei der astronomische Orientierungen der Erdwerke nachgewiesen wurden.
Rondelle von Svodín (Slowakei): Eine hochkomplexe, mehrphasige Kreisgrabenanlage, die kalendarische Funktionen im Karpatenbecken erfüllte.
Weitere Prähistorische Observatorien in Europa
- Der berühmte Megalithbau Stonehenge (England, Wiltshire) aus riesigen Steinen ist weltweit das bekannteste prähistorische Monument dieser Art. Seine Erbauung wird ab ca. 3000 v. Chr. bis 1500 v. Chr. geschätzt rund 2.000 Jahre nach Goseck. Die Hauptachse ist exakt auf den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende und den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende ausgerichtet.
- Newgrange & Knowth (Irland) – Vorgeschichtliche Ganggräber mit Wintersonnenwende-Ausrichtung (Brú na Bóinne).
- Zorats Karer / Karahunj (Armenien) – Steinreihungen, die als prähistorisches Observatorium gedeutet werden.
- Kokino (Nordmazedonien) – Megalithische Sonnenbeobachtungsstätte aus der Bronzezeit.
- Sternwarte von Rhodos (Griechenland) – Antiker Beobachtungsort von Astronomen wie Hipparchos
Prähistorische Observatorien im Naher Osten & Ägypten
- Nabta Playa (Ägypten) – Megalithischer Steinkreis und Kalenderanlage in der Nubischen Wüste (ca. 5000 v. Chr.).
- Abu Simbel (Ägypten) – Tempelanlage mit exakter Ausrichtung auf den Sonneneinfall zu bestimmten Daten.
- Babylonische Tempeltürme / Zikkurats (Irak) – Mesopotamische Stätten, die intensiv für Planeten- und Mondbeobachtungen genutzt wurden.
Prähistorische Observatorien in Asien
- Cheomseongdae (Südkorea) – Eines der ältesten erhaltenen astronomischen Sternwarten-Gebäude Ostasiens (7. Jahrhundert).
- Ujjain (Indien) – Antikes astronomisches Zentrum und Meridianpunkt der indischen Astronomie.
- Jantar Mantar (Indien) – Spätmittelalterliche, aber in antiker Tradition stehende monumentale Steininstrumente (Jaipur, Delhi, Ujjain, Varanasi).
- Taosi & Puyang (China) – Frühmittel- bis frühbronzezeitliche astronomische Orientierungspunkte.
- Angkor Wat & Phnom Bakheng (Kambodscha) – Tempelanlagen mit präzisen astronomischen und kalendarischen Ausrichtungen.
Prähistorische Observatorien in Amerika
- Chankillo (Peru) – Ältestes bekanntes Sonnenobservatorium Amerikas mit den „Dreizehn Türmen“ (ca. 4. Jahrhundert v. Chr.).
- El Caracol (Chichén Itzá, Mexiko) – Turmstrukturen der Maya mit Sichtlinien für Venus- und Sonnenbeobachtungen.
- Cahokia Woodhenge (USA) – Pfostenkreise der Mississippikultur zur Bestimmung der Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen.
- Chaco Canyon (USA) – Anasazi-Stätten (z. B. Fajada Butte mit der „Sun Dagger“-Petroglyphe≈
Teilweise mit KI recherchiert.
Weitere Links und Fortsetzung folgt …

